Jugendkreis lernt Knigge

Die Lützeler „Land-Knigge-Eier“

Wie benimmt man sich eigentlich als „Lützeler Landei“ in der vornehmen Welt der Schönen und Reichen? Wie vermeidet man es, auf einer Feierlichkeit unangenehm aufzufallen und ins „Fettnäpfchen“ zu treten? Genau – dazu braucht man einen „Etikette-Experten“, der in Flo Flonsberg dann auch gefunden wurde. Am 26.03.2019 fand sich der Jugendkreis in feinster Garderobe (wie man auf dem Bild sehen kann) im Gemeindehaus mutig zusammen, um ein 4-Gänge-Gala-Dinner zu genießen und sich dabei eine gute Prise Benimm-Regeln anzueignen. Schon die korrekte Begrüßung stellte die erste Herausforderung dar: Wie gebe ich die Hand (nicht einen „toten Fisch“ hinhalten), wohin der Blick, welche Haltung beim Rumstehen, usw. Zu Tisch reihte sich dann Herausforderung an Herausforderung: Wie legt man Jacke bzw. Sakko ab, wann mache ich welchen Knopf zu und wieder auf, wer setzt sich zuerst, wer nimmt die Karte entgegen, wohin mit der Serviette und wie falten, wie probiert man den Wein, welches Besteck zuerst, wozu 3 Gläser, usw.?

Kaum ein „Fettnäpfchen“ wurde an dem Abend ausgelassen, was aber den Spaßfaktor sehr hoch hielt. Flo Flonsberg korrigierte uns immer wieder geduldig, so dass wir am Ende, frisch instruiert, zivilisiert und zertifiziert, auf die Menschheit losgelassen werden konnten.

Eine Woche später sind wir dann auch prompt ausgegangen ins Städtchen nach Siegen. Doch das Anwenden des Gelernten war schwer, weil es im „Dunkel-Cafe“ zappenduster war! Man sah die Hand vor Augen nicht – und damit auch nicht all unsere „Benimm-Vergehen“ (z.B. fand die Pizza – meist ohne Besteck und per Hand gefaltet – den Weg Richtung Gesicht; Wann ist denn das Glas voll? –> So suchte sich die Cola schon mal ihren eigenen Weg über die Tischkante zum Hosenbein; der Serviettenverbrauch war gigantisch; „Könntest Du bitte auf deinem eigenen Teller schneiden, anstatt meine Hand zu zerstückeln!“; etc. etc.). Ein lehrreicher und kurzweiliger Abend war`s in jedem Fall. Wir haben jetzt eher eine Vorstellung davon, was es bedeutet, blind zu sein und „sehen Blinde nun mit anderen Augen“. Plötzlich ist es nicht mehr selbstverständlich, wenn man – einfach so – alles sehen kann.

Matthias Oft

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